Trauer durch Tanz verwandeln
 

 

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Trauer durch Tanz verwandeln

Artikel aus Hospizbrief Nr. 1 des Hospizverein Hamburger Süden e.V.

Ein Tanztag für Trauernde als Benefiz-Veranstaltung für den Hospizverein? Ein wenig skeptisch waren die Vorstandsmitglieder schon, als Vereinsmitglied Anke Sohns, Diplom-Dozentin für Meditation des Tanzes vorschlug, mit einer solchen Veranstaltung nicht nur Trauernden einen besonderen Weg für ihre Trauerarbeit zu zeigen, sondern außerdem damit die Hospizarbeit in Harburg bekannt zu machen und mit den Einnahmen sogar finanziell zu unterstützen. Doch die Kompetenz und Begeisterung für diese Form des Tanzes von Anke Sohns überzeugte.

Am Sonntag, dem 17. Februar 2008 traf sich eine Gruppe von Tanzinteressierten in der Schule Weusthoffstraße in Harburg, um sich unter Anleitung von Anke Sohns dem Thema Sterben, Tod und Trauer mit meditativem Tanz zu nähern. Was das Thema zunächst nicht vermuten lässt, hatten die 36 Menschen im Tanzkreis viel Freude und Spaß miteinander.

Natürlich gab es auch sehr besinnliche und nachdenkliche Momente. Es war eben all das im Raum, was wir in einer Begleitung von Sterbenden auch erleben können: Lachen und Trauer, Abschied und Rückblick.

Neben sehr erfahrenen Tänzerinnen (und auch 3 Tänzern!) kannten etliche der Teilnehmer diese Form von Tanz noch gar nicht. Das war jedoch kein Problem, da jeder Tanz angeleitet und so für alle tanzbar wurde.

Der Tanztag endete mit einem Lichter-Ritual, in dem all der Menschen gedacht wurde, die wir bereits hatten gehen lassen müssen oder von denen wir wussten, dass sie bald gehen würden. Verbundenheit und Nähe für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden schließlich in einem innigen Abschlusstanz aus Griechenland noch einmal spürbar.

Am Ende erhob sich die Frage, ob es eine Wiederholung einer solchen Veranstaltung geben würde. Die Dozentin kann sich sehr gut vorstellen, im Januar 2009 auch den Menschen Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, die diesmal verhindert waren oder sich Tanzen zu diesem Thema einfach nicht vorstellen konnten.

Der Erlös dieses Tages floss dem Hospizverein in voller Höhe von 1700 Euro als Spende zu.